Freitag, 30. September 2011

Geheimbesuch

Irgendwann besiegte Neugierde die Angst.
Ich wollte sein Zuhause sehen, in einem Ort, wo uns jeder kennt. Wo "Auswärtige" sofort auffallen.
Es war ein schmaler Grat, auf dem ich mich da bewegte.
Ich wagte es.
Das Treppenlicht blieb aus als ich die Stufen zu ihm hochschlich. Wie auf Kommando öffnete er zur rechten Zeit die Wohnungstür. Erst als die Tür ins Schloss fiel, fühlte ich mich sicher.

Es war schön, sein Leben kennenzulernen. Das war, was mir all die Monate fehlte. Ich kannte ihn, aber das Bild war nicht vollständig. Ich glaubte, wenn ich alles von ihm kenne, kenne ich ihn besser.
Diese Aktionen wiederholten sich. Zusammensein in einer richtigen Wohnung, es war wie ein Qualitätssprung.
Wenn ich ging, stand er meistens mit traurigem Blick an der Tür. Einmal flüsterte er mir beim Abschied:
"Mein größter Wunsch ist es, mit dir zusammen morgens aufzuwachen."

 Zwei Dedektive, die Hüte tief im Gesicht........wir hatten ein neues Ziel.

2 Kommentare:

  1. Das Zitat am Schluss Deines Beitrags, flüsternd daherkommend beim Abschied an der Türe, kenne ich allzu gut, weil auch ich diesen Wunsch in mir trage.

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  2. Solche Momente sind wunderbar, aber leider holt uns dann schnell die Realität wieder ein und man fragt sich, ob alles nur ein Traum war...

    Das Leben ist einfach kompliziert, aber man sollte immer ein Ziel vor Augen haben...

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